Uns fehlen eindeutig Fachkräfte in Deutschland …

Es ist immer wieder erschreckend, was Personaldienstleiser oder Personalsucher sich einfallen lassen, um Auftragsuchende auf ihre Angebote zu locken. Nun kenne ich viele Leute, die im IT Bereich arbeiten, habe auch gewisse Grundkenntnisse im Bereich der Fachwörter und -beschreibungen, aber ich kann doch noch eindeutig zwischen Anforderung und Erwartung unterscheiden. Da sind mir die Spammer aber lieber, denn deren Betreffszeilen treffen meist den Inhalt. Wird es langsam Zeit für eine Regulierungsbehörde für die Projektbörsen?

Ein Beispiel gefällig? Wer kennt nicht NAGIOS? Ein Bekannter meinte: „Nettes Tool, aber weder Administrator- und schon gar nicht Cheffreundlich. Es verrichtet seinen Dienst und sollte von Fachpersonal eingerichtet und nie wieder verändert werden … ist leider so. Aber nicht alle Umgebungen sind so komplex, wie die eigenen, also ist man auch Projekten in dieser Richtung nicht abgeneigt.“ So weit, so gut. Welch‘ Glück, wenn man genau in dem Augenblick, wo man wieder einmal richtig Bock auf ein Projekt hat. Und dann auch noch Linux und NAGIOS!

Projekttitel freelance.de: Linux NAGIOS Integration in Erfurt (m/w)

Projektitel freelancermap.de: Special / Thüringen: Linux Nagios integration (m/w) / 34641

Der Inhalt ist bis auf den Fülltext außen rum der gleiche:

The server have to integrate in the production enviroment
1. create a Netbootimage:
– send the systeminformation (SN, HW, identidier like MAC) to a htpp server
– configinfo get via http
– confige remote mgt componets (IMM)
2. extend the automatet install procedure for IBM HW (firmware, componentconfiguration) with a netboot
3. configure the OS-spezifischen netzbootimages (Linux/VMWare) to allow a automatet install (f.e. integrate IBM spezific driver)
4. create modules for HW colletion
5. integrate the HW-comonets in the monitoring tool (NAGIOS integration)
6. create a modul to get the information of the config an fw levels
7. create a module to update and configure the HW in a patchday
8. create a modul to createw images of firmwareupdates
Create a documentaion of the implementation

Ehrlich gestanden, habe ich NAGIOS beim ersten Mal lesen sogar überlesen. Und wäre es nicht explizit darum gegangen, wäre es wie folgt gelaufen:

  1. Sichtung der Auflistung von aktuellen Projektausschreibungen
  2. Öffnen aller interessanten Projekte (Einschätzung nach Primärschlüsseln wie Betreff, Ort und Dauer)
  3. Nacheinander die Details lesen …

Beim obigen Projekt wäre es dann so weiter gegangen: Man klickt in den Tab, in dem das obige Projekt geladen ist, liest die Details und denkt sich „och nee, nix für mich“ und macht den Tab zu. Dann sind alle Tabs zu und fragt sich, wo das NAGIOS Projekt geblieben ist. Also sucht man jetzt exakt nach „Linux Nagios“ (ohne Ergebniss übrigens). Also aktuelle Liste laden, scrollen, klick und … ups … Blick auf die Betreffzeile … allgemeine Verwunderung tritt ein. Man studiert das Projekt genauer und findet das einzelne Wort NAGIOS. Okay. Wieso wird dieses Projekt jetzt bitte „Linux Nagios integration“ genannt?

Mal davon abgesehen, dass man auf einer Projektbörse das gleiche Projekt mehrfach findet und auch noch unterschiedlich beschrieben oder von unterschiedlichen Anbieter. Im Idealfall erkennt man nur, dass es um das gleiche Projekt geht. Im schlimmsten Fall erkennt man anhand des absolut identischen Textes, dass alle Projektanbieter die Anfrage vom gleichen Projektanbieter bekommen haben, denn der sucht ja für seinen Kunden. Ich frage mich also, gibt es eine Projektbörse für Projekt- oder Projektbörsenanbieter? Wieso verdienen soviele damit soviel Geld und der, der die Arbeit dann macht, bekommt eigentlich *nichts*? 55,00 € all inklusive Stundensatz, aber nicht für die Zeit beim Projekt, sondern für die Tätigkeit.

Beispiel: Projektzeit drei Monate, Anwesenheitszeit (ohne Pause) 8 Stunden, Mo-Fr. Abgerechnet wird nach Ticket, sprich, alle Tätigkeiten und Aufwände sind im Ticketsystem zu dokumentieren und danach wid abgerechnet. Es müssen natürlich auch die Zeiten dokumentiert sein, in denen man definitiv verfügbar war. Hört sich auf den ersten Blick nicht schlimm an? Ich ergänze um Installation, Konfiguration und Integration von Server, Clients und Notebooks. Da liegt dummer Weise das Problem, denn diese Tätigkeiten haben von Natur nicht nur eine hohe Leerlaufzeit, sondern verursachen auch noch einen großen Umfang an Dokumentationsaufwand für die Abrechnung, die man natürlich nicht abrechnen darf.

Fazit: Dem heutigen Projektgeschäft wird es irgendwann so ergehen, wie der Zeitarbeit. Vielleicht liegt es daran, dass aus dem damaligen Projektgeschäft jetzt die Zeitarbeit geworden ist.

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